Filme im Kino Arsenal

Das Filmprogramm im Rahmen von Tanz im August 2005 – Internationales Tanzfest Berlin ist eine Zusammenarbeit mit dem Kino Arsenal / Freunde der Deutschen Kinemathek e.V.

LE JEUNE HOMME ET LA MORT
zwei Versionen von Kenneth Anger und Roland Petit

Zwei ungewöhnliche Filmdokumente des legendären Balletts LE JEUNE HOMME ET LA MORT von Jean Cocteau, das 1946 in Paris Premiere feierte, von Roland Petit choreografiert. Jean Cocteau drängte Kenneth Anger 1951, einen 35 mm-Farbfilm des Balletts zu drehen. Anger machte eine Reihe von 16 mm-Probeaufnahmen in schwarz-weiß mit Jean Babilée und Claire Sombert in den Hauptrollen. Fehlende Finanzierung beendete das Projekt. 1966 realisierte Roland Petit eine Auf-nahme mit Rudolf Nurejev und Zizi Jeanmaire. Die Filme sind wertvolle Zeugnisse des einflussreichsten Balletts der Nachkriegszeit.

Ebenfalls im Rahmen des Festivals ist Olga de Sotos Projekt HISTOIRE(S) zu sehen, das sich Cocteaus Ballett über die Erinnerungen von Zuschauern nähert, die die Premiere 1946 miterlebt haben.

Kino Arsenal
17 AUG
21:15h
6 EURO

Im Anschluss an die Vorstellung findet eine Diskussion mit Édouard Lock statt (in englischer Sprache).


Version 1:
Frankreich 1951. OF, 12 Min.
Regie: Kenneth Anger
Tanz: Jean Babilée, Claire Sombert
Format: sw, 16mm

Version 2:
Frankreich 1966. OF, 12 Min.
Regie: Roland Petit

AMELIA
von Édouard Lock / LaLaLa Human Steps

Virtuosität trifft Film. Édouard Lock hat für die preisgekrönte filmische Adaptation seiner Choreografie AMELIA einen riesigen hölzernen Zylinder gebaut, in dem Kamera wie Tänzer sich spektakulär und präzise Wände und Boden erobern. Der Kameramann André Turpin filmte auf 16 mm. Nach dem Schnitt wurde der Film komplett digitalisiert. Die Kamera folgt den Bewegungen der Tänzer in rasender Geschwindigkeit, filmt sie aus ständig wechselnden Perspektiven. Begleitet von der minimalistischen Musik David Langs und Texten von Lou Reed aus der Velvet Underground Zeit, entsteht eine ständig in Bewegung befindliche sinnliche filmische Choreografie.




Kanada 2003. OF, 60 Min.

Regie und Choreografie:
Édouard Lock
Kamera: André Turpin
Musik: David Lang
Text: Lou Reed
Ton und Aufnahmemischung: Hans-Peter Strobl
Kostüme: Vandal
Tanz: Andrea Boardman, Nancy Crowley, Mistaya Hemingway, Keir Knight, Chun Hong Li, Bernard Martin, Jason Shipley-Holmes, Naomi Stikeman, Zofia Tujaka
Musiker: Alexandre Castonguay (Cello), Simon Claude (Geige), Njo Kong Kie (Klavier und Dirigent), Nadine Medawar (Vokalistin)

Produktion: Amérimage Spectra, Media Principia
Gefördert von: Kanadische Botschaft Berlin, Bureau du Cinéma der französischen Botschaft, Vertretung von Québec in Deutschland und AFAA.

Foto: Édouard Lock 

M.M. IN MOTION von Vivian Ostrovsky
VERS MATHILDE
von Claire Denis

Zwei Filmdokumentationen über Choreografien und die Probenarbeit von Mathilde Monnier aus dreizehn Jahren. M.M. IN MOTION von Vivian Ostrovsky zeigt zwei unterschiedliche filmische Perspektiven. Der erste Teil lebt von schnellen Schnittfolgen, Sequenz- und Lichtwechseln zwischen Probenarbeit und Bühne. Die Kamera fängt wie im Vorbeigehen Details von Bewegung, Gesten, Körpern und Gesichtern ein. Der zweite Teil folgt in längeren Sequenzen hintereinander komplexen Bewegungsabläufen im Arbeitsprozess und auf der Bühne. Zwei stilistisch unterschiedliche filmische Annäherungen an den Tanz.

Die Regisseurin Claire Denis verzichtet in VERS MATHILDE bewusst auf jeden erklärenden Kommentar. Gedreht wurde auf Super 8 und 16 mm. Der Film zeigt sensibel und atmosphärisch die Probenarbeit, die Recherchen, das Training, fängt Körper, Bewegung, Raum und Worte in intimen und taktilen Bildern ein.

Kino Arsenal
19 AUG
19h
6 EURO

(in französischer Sprache mit englischen Untertiteln)

Im Anschluss an die Vorstellung findet eine Diskussion mit Mathilde Monnier statt (in französischer Sprache mit deutscher Übersetzung).

M.M. IN MOTION
Frankreich 1992.
OmE, 46 Min. 16 mm
Regie: Vivian Ostrovsky.

VERS MATHILDE
Frankreich 2004. 35 mm
(gedreht auf Super 8 und 16 mm). OmE, 84 Min.
Regie: Claire Denis
Kamera: Agnès Godard, Hélène Louvart
Ton: Brice Leboucq
Schnitt: Anne Souria

Produktion: Not Productions (Paris), Arte
Gefördert von: Bureau du Cinéma der französischen Botschaft, AFAA.

Foto: Vivian Ostrovsky 

SOMEWHERE IN BETWEEN von Pierre Coulibeuf
Basierend auf einer Arbeit von Meg Stuart

Ein experimentelles Filmporträt. SOMEWHERE IN BETWEEN übersetzt die choreografische Recherche Meg Stuarts in eine diskontinuierliche fiktive Erzählung. Film ist für Pierre Coulibeuf ein mentaler Ort, an dem sich feste Identitäten, Orte und Zuschreibungen auflösen. Wie ein Chamäleon gleitet Meg Stuart in SOMEWHERE IN BETWEEN durch alltägliche Handlungen und Gesten unterschiedlichster Personen: ein Paar von ungewöhnlicher Statur und merkwürdigem Gebaren, ein Paar in einem halb zerstörten Haus, ein Mädchen in einer unterirdischen Parkgarage, ein Mädchen, das in der Schweiz leben möchte und eine traumatische Erfahrung durchlebt.

Kino Arsenal
23 AUG
21h

6 EURO

Im Anschluss an die Vorstellung findet eine Diskussion mit Meg Stuart und Pierre Coulibeuf statt (in englischer Sprache).

Frankreich 2004. 35 mm.
70 Min.

Regie: Pierre Coulibeuf
Perfomer: Meg Stuart und Michael von der Heide, Christoph Homberger, Christoph Marthaler, Simone Aughterlony, Graham F. Valentine, Thomas Wodianka, Davis Freeman, Antonija Livingstone, Benoît Lachambre, Philippe Beloul, Varinia Canto Vila, François Brise, Lilia Mestre, Ugo Dehaes
Musik: Derek Bailey
Kamera: Julien Hirsch
Ton: Michele Andina, Quentin Jacques
Schnitt: Jean Daniel Fernandez Qundez

Produktion: Chantal Delanoë
Koproduktion: Regards Productions (Frankreich), Haloalune Production (Belgien), RBB / Arte, RTBF, SF DRS, Mezzo, TV 10 Unterstützung: Centre National de la Cinématographie, MEDIA, Ministère des Af-faires Étrangère, TV 5, Sveriges Television / SVT, NRK Culture, RAISAT; YVE Teema in Zusammenarbeit mit Damaged Goods.
Gefördert von: Bureau du Cinéma der französischen Botschaft, AFAA.
Foto: Pierrre Coulibeuf